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 Mein Taubenreuther

Unser Nissan Patrol im 4x4 Action Magazin




  Hier finden Sie den Artikel von 4x4 Action



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 ZWEITES OFFROAD-LEBEN

Ein ehemaliger Bundeswehr Nissan Patrol modifiziert von Bernd Taubenreuther:
Ein Blick unters Blechkleid des außergewöhnlichen Offroad-Boliden zeigt was in ihm steckt.
Die Firma Taubenreuther aus Kulmbach ist ein Urgestein im Offroad-Geschäft und seit Jahrzehnten ein Garant für hochwertiges Zubehör inklusive der in Deutschland dafür notwendigen Teilegutachten. Der Junior Bernd Taubenreuther hat natürlich von Kindesbeinen an Offroad-Blut in den Adern, was er unter anderem mit seinem aktuellen Untersatz auslebt. Somit heißt es auch bei Bernd: „Was verkauft wird, ist auch in der Praxis getestet.“ Sein Untersatz ist kein Offroader von der Stange, sondern stammt aus dem ehemaligen Bundeswehr-Fuhrpark. Hierbei handelt es sich um einen 2009er Nissan Patrol 3.0 Y61, der bereits mit seinen Abmessungen für eine standesgemäße Erscheinung sorgt. Insgesamt wurden etwas über 1000 Fahrzeuge dieser Art von der Bundeswehr angefordert, die mittlerweile auch wieder ausgemustert werden. Was macht das BW-Modell im Vergleich zum Serienmodell aus? Im Prinzip ist es ein Serien-Patrol, der lediglich einige Modifikationen wie beispielsweise die Intax-Folierung im Bundeswehr-Grün erhielt, die aber größ-tenteils bei der Ausmusterung wieder abgezogen wurden, so dass der schwarze Originallack wieder zum Vorschein kommt. Ebenso bekam der Patrol für den Armee-Dienst andere Felgen, gelochte Bremsscheiben und ein Ladeschutzgitter spendiert. Eine Webasto-Standheizung, ein OME-Fahrwerk (!) und diverse 24-Volt-Anschlüsse gehört ebenfalls zu Bundeswehr-Ausstattung. An sich schon ein Umrüstungsumfang, der für den Offroad-Begeisterten ziemlich interessant erscheint. Natürlich hat sich Bernd im eigenen Sortiment umgeschaut und sich etwas am Patrol ausgetobt. Der Nissan Patrol ist mit seinen zirka 2500 kg nicht gerade ein Leichtgewicht, weshalb man für den Einsatz im Alltag und mit ordent-licher Zuladung für den Urlaub oder im Gelände eine gute Fahrwerksabstimmung benötigt. Deshalb hat man sich für den passenden OME-Fahrwerkskit entschie-den, der einen guten Kompromiss schafft und ein leichtes Spiel mit dem hohen Kampfgewicht des Patrols hat. Die Safari-Luftansaugung steigert nicht nur den Abenteuer-Charakter, sondern erhöht auch die serienmäßige Watttiefe von 700mm um ein vielfaches und versorgt auf Staub-pisten den Motor mit sauberer Luft – Zyklonfilter optional. Für die notwendige Offroad-Tauglichkeit steht der Patrol auf 285er Cooper Discoverer S/T, die auf schwarze Aventura-Alufelgen aufgezogen wurden. Dafür mussten keinerlei Anpassungen an den Radhäusern oder den Kotflügel-Verbreiterungen vorgenommen werden. An der Vorderachse wurden die bekannt robusten brasilianischen AVM-Freilaufnaben montiert. Dass der Patrol nicht gerade ein Spritsparer ist, dürfte bekannt sein. Um die 12 Liter auf 100 Kilometer im Drittelmix je nach Gasfuß sind einzuplanen. Zur Reichweitenerhö-hung montierte man einen robusten Long-Ranger-Tank aus zwei Millimeter starkem aluminierten Stahl mit einem Fassungs-vermögen von 145 Liter, was eine theoretische Reichweite von 1200 Kilometern ermöglicht. Sechs Millimeter starke Alu-Unterfahrschutz-Platten schützen vor Schäden an Getriebe, Verteilergetriebe, Lenkstange und Ölwanne im harten Einsatz. Da der Patrol bereits Sperren an Hinterachse und Mitteldifferential besitzt wurde für die letzte Lösung im Gelände eine WARN-XDC-Seilwinde montiert, die wahlweise per Funk oder über Kabel mit einer Zugleistung von 4.310 Kilogramm auf ihren Einsatz wartet. Da diese mit dem hauseigenen Kunststofffaser-Seil „Taio“, ausgeschrieben Taubenreuther-all-in-one, ausgestattet wurde, kommt alternativ ein Aluseilfenster zum Einsatz. Besonderheit an dem 27 Meter langen Kunststoffseil ist der Vectran-Softschäkel, der ohne Haken und Kauschen auskommt und eine Bruchlast von 9000 daN stemmt. Einfach in der Handhabung und deutlich weniger Gefahr für Personen und Auto als die klassische Haken-Schäkel-Lösung. Für entsprechend Stauraum sorgt ein abschließbares modulares Outback-Schubladensystem, das mit UV beständigem Industrieteppich ausgestattet ist. Egal ob nebeneinander oder übereinander positioniert, darf bei ausgezogener Schublade eine Belastung von bis zu 100 Kilogramm erfolgen. Hinter dem Fahrersitz hat Bernd in einer freien Minute eine individuelle Aufnahme für die 35 Liter ARB-Kühlbox konstruiert, die einen sehr stabilen Eindruck hinterlässt und problemlos demontierbar ist, um auch die hintere Sitzreihe bei Bedarf vollständig nutzen zu können. Weiterer Stauraum wird durch den stabilen und leichten Alu-Rhino-Rack-Gepäckträger geschaffen, der auf glasfaserverstärkten Nylon-Füßen steht. Daran adaptiert wird die 2,40 Meter lange Foxwing-Markise, die innerhalb von drei Minuten nur durch eine Person wind- und wetterfest aufgebaut werden kann und so eine Fläche von 9,5m ² abdeckt.